Jörg Brach Wildtraining (BLP) 2008


Im März diesen Jahres zog es uns alle nach Ungarn ins herrliche Revier von Ursula und Hartmut Schöppel. Auf diesem Wege möchte ich mich vielmals für die Revierbereitstellung bedanken und dafür dass wir so nett bei Euch aufgenommen wurden.

 

Trainiert wurde in zwei Gruppen gleichen Niveaus und auch die halben Tage galten anstrengend genug zu werden.

 

Zuerst stand die Wildgewöhnung am Programm. Es galt den Junghunden und unerfahrenen Hunden das Wild schmackhaft zu machen. Es zeigte sich schnell, dass alle Hunde nicht wirklich ein Problem damit hatten. Und zumindest kurze Strecken konnte bis am Ende des ersten Tages jeder Hund schon sein Wild tragen.

 

Wir trainierten auf einer sehr kurzen Rinderweide und legten hier auch unsere ersten Schleppen. Die Hunde durften beim wegziehen der ersten Meter zusehen, wurden dann umgedreht und sollten dann die Schleppspur arbeiten. Zugegeben unsere ersten Schleppen sahen mehr als nur chaotisch aus. Die wenigsten Hunde blieben sauber drauf und alle versuchten mehr oder weniger intensiv durch eine große Suche ans Stück zu kommen.

 

Mit der Schwierigkeit der Schleppen stieg dann auch die Konzentration der Hunde und je länger die Schleppen gezogen wurden, umso besser wurden sie auch von unseren Hunden gearbeitet. Der erste Tag war schon einmal ein voller Erfolg und das schwierigste Fach lag hinter uns.

 

Danach bauten wir uns eine Freiverlorensuche im Wald auf, dies war eine neue Herausforderung - hatten viele Hunde noch nie derart großflächig gearbeitet. Trotzdem kam jeder mit mehr oder weniger Hilfe an sein Stück.

 

Wir nutzen den Wald sofort für neue Schleppen, da dieses Fach wohl das schwierigste für unsere Hunde sein sollten. Leider zeigte sich, dass einige Hunde zwar die Schleppen gut ausarbeiteten, dann aber das Wild am Ende nicht selbständig aufnahmen. Dies war also ein Problem dass es zu lösen galt.

 

Neben dem einfach Wasserapport - für keinen Hund ein Problem - galt es noch das Standtreiben, das Stöbern im Schilf und auch das Einweisen zu trainieren.

 

Dies alles kam dann an Tag zwei auf uns zu. Das Standtreiben wurde zu einer netten Abwechslung, hatte Jörg nämlich seine Springer Spaniel Hündin “Tweed” mit dabei, die so richtig für Stimmung im Treiben sorgte. Langsam aufgebaut gingen wir von einem Standtreiben nur mit Schüssen, zu einem mit Schüssen und Dummys und weiters Schüssen, Dummys und Tweed über. Für unsere Hunde eine wirkliche Herausforderung ruhig zu sitzen und den kleinen wuseligen Spaniel beim Stöbern zuzusehen. Dennoch alle blieben ruhig und wir waren mächtigste stolz auf sie.

 

Anschließend wurde es ernst. Sowohl in Theorie als auch Praxis wurde uns der Aufbau für die beiden Voran Apporte geschildert. Bei der Umsetzung mangelte es jedoch noch an vielen Stellen. Entweder die Hunde nahmen die Linie nicht an, andere hatten abermals Probleme die mittlerweilen doch etwas ramponierten Stücke aufzunehmen, und wieder andere waren einfach nicht davon zu überzeugen dass das zweite Stück Wild an einer anderen Stelle lag als das erste ?

 

Jörg hatte somit ordentlich zu kämpfen sowohl die Hunde zum Erfolg zu bringen als auch die verzweifelten Hundeführer zu beruhigen. Schließlich konnte jedoch jeder Hund beide Stücke holen und ich denke wir waren alle froh dieses Fach abgeschlossen zu haben. Das Stöbern im Schilf gestaltete sich dafür dann umso leichter sodass wir dennoch alle mit einem guten Gewissen heim fahren konnten. Alles in allem war es ein wirklich lehrreiches Seminar, dass uns sowohl die Parallelen als auch die Unterschiede zur Dummy Arbeit deutlich aufzeigte.

 

Einige von uns werden sich im Herbst dann auf der BLP beweisen - für all jene jetzt schon “Waidmannsheil”.